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29. August 1999
brennt Lok
Ein Schienenschleifzug der Deutschen Bahn AG ist am Sonntag morgen in der Nähe der Rotenbergstraße im Stadtteil Niedervellmar in Flammen aufgegangen. Vermutlich durch einen technischen Defekt an der Hydraulikanlage des Zuges geriet der vordere Teil kurz vor 5.00 Uhr in Brand. Die Besatzung des Schienenfahrzeuges versuchte noch das Feuer mit Handfeuerlöschern und einem Wasserschlauch selbst zu löschen, konnte aber nicht verhindern, daß sich das Feuer ausweitete.

Die um 5.05 Uhr alarmierte Feuerwehr Vellmar rückte wenige Minuten mit vier Einsatzfahrzeugen zu der Unglückstelle aus. Dort eingetroffen konnte man zunächst nicht mit den Löscharbeiten beginnen, weil die Oberleitung auf den Schienen lag und der Fahrdienstleiter der Bahn AG nicht sicher sagen konnte, ob diese auch Stromlos ist. Vorsorglich wurde aus Kassel der Tunnelrettungszug der Bahn AG alarmiert, der über zusätzliche Löschwasserreserven verfügt.

Nach abschalten und erden der Oberleitung, durch Beamte des Bundesgrenzschutzes, wurde sofort die Brandbekämpfung über drei C-Rohre eingeleitet. Die Löscharbeiten gestalteten sich jedoch als schwierig, da man nur durch eine kleine Tür in der Lärmschutzwand die Einsatzstelle erreichen konnte. Außerdem fehlte eine Wasserversorgung, die erst durch Schläuche zu der mehreren hundert Meter entfernten Rotenbergstraße aufgebaut werden mußte, denn die Wassertanks der Löschfahrzeuge waren schnell leer, obwohl in den Fahrzeugen mehr als 5.500 Liter Wasser mitgeführt werden.

Zu einem gefährlichen Zwischenfall kam es noch bei Eintreffen des Tunnelrettungszuges aus Kassel. Auf Grund einer falschen Ortsangabe durchfuhr der Rettungszug auf dem Nachbargleis die Einsatzstelle mit einer Geschwindigkeit von ca. 80 km/h. Zwei Einsatzkräfte der Feuerwehr konnten sich gerade noch in Sicherheit bringen, als der Zug trotz sofort eingeleiteter Notbremsung die Einsatzstelle passierte und erst nach dem brennenden Arbeitszuges zum stehen kam. Die zwei Feuerwehrleute und der Lokführer kamen mit dem Schrecken davon. Rund fünf Stunden dauerte der Einsatz, bevor der Zug soweit abgelöscht worden war, daß die 23 Einsatzkräfte einrücken konnten.
 
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